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SPD informiert über Asse-Rückbau

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Stefanie Nöthel (links) informiert über das Bundesamt für Strahlenschutz (Bild: Schulz)

13. August 2010 0 Kommentare

(tH) Hat Niedersachsen eine strahlende Zukunft? Die Südstadt-SPD wollte es genau wissen und die Vizepräsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), Stefanie Nöthel, eingeladen. Tatsächlich befinden sich alle drei deutschen Endlagerstätten im Raum von Harz und Heide und auch Morsleben, das ehemalige Endlager der DDR, lag in unmittelbarer Grenznähe.

Morsleben wird inzwischen zurückgebaut. Im Erkundungsbergwerk Gorleben wird weitergeforscht, allerdings ohne alternative Standorte zu prüfen. Nöthel hält das Vorgehen deshalb für höchst riskant, weil der fehlende Abwägungsprozess das Ergebnis juristisch anfechtbar macht. Schacht Konrad und Asse II liegen in Hildesheims unmittelbarer Nachbarschaft und dort, in Salzgitter, ist auch die Hauptverwaltung des BfS.
Konrad, so Nöthel, sei als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle unproblematisch. Eingelagert werde in eigens geschaffenen Hohlräumen des ehemaligen Erzbergwerks, eine mächtige Tonschicht verhindere das Eindringen von Wasser. Genau das habe den ehemaligen Kalischacht Konrad eigentlich von Anfang an als Endlagerstätte ausgeschlossen. Doch dort, in Hohlräumen des Salzstocks, seien zwischen 1967 und 1978 über 125.000 Fässer mit schwach- und mittelaktiven und vor allem giftigen Abfällen eingelagert worden. 2008 vereinbarten die Minister Sigmar Gabriel (SPD) und Annette Schavan (CDU) den Betreiberwechsel vom Münchener Helmholtz-Zentrum auf das BfS, seit März 2009 steht fest, dass die Asse unverzüglich stillzulegen ist. Täglich dringen etwa zwölf Kubikmeter Wasser ein, die sich jederzeit auf eine nicht mehr zu beherrschende Menge von mehr als 200 Kubikmeter vermehren könnten. Ein Austritt von Radioaktivität oberhalb der Grenzwerte ist daher sowohl im Grundwasser, im Boden und in der Luft zu befürchten.
Aktuell prüft das BfS, wie die oft ungeordnet eingelagerten und teils eingemauerten Fässer herausgeholt werden können – ein Unterfangen, das zwischen drei und vier Milliarden Euro Steuergelder kosten wird. Die Stromerzeuger werden sich jedenfalls nicht an der maschinellen Bergung, oberirdischen Zwischenlagerung, erneuten Konditionierung und endgültigen Wiedereinlagerung – wohl in Schacht Konrad – beteiligen.
Weil sich das BfS um alles kümmert, was mit ionisierenden und nichtionisierenden Strahlen zusammenhängt, beantwortete Nöthel auch Fragen zur Gefährlichkeit von Handys, Mobilfunkantennen und Mikrowellen. Grundsätzlich gab sie Entwarnung, setzte allerdings die Einhaltung der Vorgaben und einen vernünftigen Umgang mit den Endgeräten voraus. So widme sich das BfS besonders dem Schutz der Kinder, nicht nur bei Mobiltelefonen, sondern auch bezüglich der UV-Strahlung beim Sonnen. Jedenfalls machte Stefanie Nöthel klar, dass ihr Amt ein weites Feld beackert, das immer auch – im wörtlichen und übertragenen Sinne – ein Spannungsfeld ist.
 


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